Ob man sich bei Volkswagen in Wolfsburg noch an die Worte des ehemaligen Konzernchefs Martin Winterkorn aus dem Jahr 2014 erinnert? Der hatte damals gewarnt: »Das Auto darf nicht zur Datenkrake werden.« Seit 2018 kooperiert VW jedoch bereits mit Microsoft beim Aufbau einer Cloud-Plattform für den Datenaustausch zwischen vernetzten Fahrzeugen – nun weiten beide ihre Partnerschaft deutlich aus.

Microsofts Cloud-Dienste sollen beim Aufbau einer Plattform für Entwickler zum Einsatz kommen, wie die Unternehmen mitteilten. Ziel sei es, durch die Kenntnisse des US-Konzerns im Bereich Cloud Computing und Software Engineering die Bereitstellung von Anwendungen zu beschleunigen, sagte der Chef von Volkswagens Softwaretochter Car.Software.Org, Dirk Hilgenberg.

Betriebssystem VW.OS in der Entwicklung

Konkret geht es um die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen, automatisierten Fahrfunktionen und letztlich auch um Software-Updates, die wie bei Tesla per Funk vorgenommen werden. »Diese Funktionalität muss da sein. Wenn man das nicht kann, wird man Boden verlieren«, sagte Hilgenberg. Microsofts Cloud-Vizepräsident Scott Guthrie verglich das mit Smartphones, die inzwischen regelmäßig im Hintergrund Updates vornähmen.

Volkswagen erhofft sich schnellere Entwicklungszyklen. VW soll zum Beispiel eigene Software-Werkzeuge auf Basis von Microsofts Diensten aufbauen können. Neben der sicheren Übertragung von Daten soll der Software-Konzern auch seine Fähigkeiten bei künstlicher Intelligenz mitbringen. Zugriff auf die VW-Daten bekomme Microsoft nicht, betonte Guthrie.

Autohersteller wie VW arbeiten an eigenen Betriebssystemen, um IT-Giganten wie Apple, Google oder Amazon das Geschäft mit den Autodaten nicht zu überlassen. Der Volkswagen-Konzern hat Software-Entwickler von Konzernmarken wie Audi, Porsche oder Bentley im Unternehmen Car.Software.Org mit zuletzt rund 5000 Mitarbeitern zusammengezogen, die das Betriebssystem VW.OS entwickeln. Es geht um die ganze Palette von…