Bobi Wine trippelt die Treppe seines Hauses hinab. Federnder Gang, im Gesicht ein Lächeln. Von den Strapazen der vergangenen Tage und Wochen ist ihm wenig anzumerken. »Ich kann es mir nicht leisten, müde zu sein«, sagt er, während er sich in einen Sessel in seinem Garten fallen lässt. Mitarbeiter umkreisen ihn, reichen ihm Wasser und Ananas. Fans belagern sein Anwesen.

Wine, 38 Jahre alt, ein Popmusiker aus Kampala, der Hauptstadt Ugandas, ist zum Hoffnungsträger vieler Menschen geworden. Mitte Januar brachte er bei den Präsidentschaftswahlen Ugandas greisen Amtsinhaber, Yoweri Museveni, an den Rand einer Niederlage. Inzwischen ist er zu einer Art Staatsfeind geworden, seine Bedeutung reicht weit über sein Heimatland hinaus. Wine verkörpere die »Zukunft Afrikas«, sagt der nige­rianische Lite­raturnobelpreisträger Wole Soyinka.

Das ugandische Regime dagegen sieht in Wine eine Bedrohung. Präsident Museveni hat seinen Herausforderer nach der Wahl Mitte Januar unter Hausarrest gestellt. Hunderte Soldaten und Polizisten hielten Wines Villa am Stadtrand von Kampala besetzt, sein Schwager wurde zwischenzeitlich verschleppt, Anhänger seiner Bewegung People Power wurden verhaftet, gefoltert, getötet.