Die beiden Probanden waren gerade einmal drei Monate alt. »Hamlet« und »Omelette« hießen die Yorkshire-Schweine, die Wissenschaftler der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana dazu trainiert haben, einen Computer zu steuern. Mit ihnen zusammen wurden auch die 24 Monate alten Minischweine »Ebony« und »Ivory« in derselben Aufgabe geschult – ebenfalls mit Erfolg: Allen vier Tieren gelang es schließlich, einen Joystick mit ihrer Schnauze so zu bewegen, dass sie einen Cursor auf einem Bildschirm zu einem bestimmten Ziel bringen konnten.

Wenn die Schweine ihre Aufgabe erfüllten, bekamen sie eine Belohnung. Bei mehreren – aber nicht allen – Versuchen erreichten die Tiere deutlich häufiger das Ziel als bei zufälligen Joystick-Bewegungen, berichten die Forscherinnen Candace Croney und Sarah Boysen im Fachmagazin »Frontiers in Psychology«.

»Diese Ergebnisse zeigen, dass Schweine trotz mangelnder Geschicklichkeit und visueller Einschränkungen die Fähigkeit haben, eine mit einem Joystick betriebene Videospiel-Aufgabe zu erlernen«, schreibt das Team. Croney ergänzt: »Das Verständnis eines Konzepts, dass das eigene Verhalten anderswo eine Auswirkung hat, ist für ein Tier keine kleine Leistung.« Rhesusaffen schnitten bei Tests mit demselben Spiel allerdings deutlich besser ab.

Doch Schweine sind alles andere als dumm, darauf deutet auch das aktuelle Ergebnis hin. Schon in früheren Studien hatten die Tiere bemerkenswerte Leistungen erzielt. Dabei ging es unter anderem um Multiple-Choice-Aufgaben und das Erlernen einfacher Kommandos. Außerdem hatten ungarische Forscher im Juli vergangenen Jahres berichtet, dass in Familien aufgewachsene Minischweine Aufgaben eigenständiger lösen können als Hunde.

Zu fett zum Weiterspielen

Womöglich hatten die Forscherinnen der aktuellen Studie aber ein wenig Angst vor der ungestümen Wucht, mit der die Schweine an die Aufgabe gehen könnten. Jedenfalls verwendeten sie mit einem IBM 386 ein Modell aus der absoluten…