Die Münchner Sicherheitskonferenz darf sich über die Zusage eines äußerst prominenten Teilnehmers freuen: US-Präsident Joe Biden wird zu der Tagung in der kommenden Woche virtuell zugeschaltet sein. Das teilte Konferenzleiter Wolfgang Ischinger mit.

Ischinger sprach von einer »überaus erfreulichen Nachricht«. Biden wird sich bei der Konferenz am 19. Februar erstmals seit seinem Amtsantritt am 20. Januar direkt an ein europäisches Publikum wenden. Biden ist in den fast sechs Jahrzehnten seit Gründung der Sicherheitskonferenz der erste US-Präsident, der an der Konferenz teilnimmt. Üblicherweise senden die Vereinigten Staaten Vizepräsidenten, Außen- und Verteidigungsminister nach München.

Ischinger: Biden wird sicherheitspolitische Lastenteilung erwarten

Die Entscheidung für einen Auftritt bei der Sicherheitskonferenz zeige, dass Biden Deutschland eine besondere Bedeutung beimesse, sagte Ischinger. Bidens Teilnahme bedeute, »dass er auch herausgehobene Erwartungen gerade an die Führungskraft Deutschlands hinsichtlich der transatlantischen Beziehungen hat.«

Das weltweit bedeutendste Expertentreffen zur Sicherheitspolitik sollte eigentlich zwischen 19. und 21. Februar im Hotel Bayerischer Hof in München stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie wird daraus nun eine Online-Veranstaltung, die nur wenige Stunden dauern wird.

Ischinger will physische Konferenz später nachholen

Neben Biden werden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Uno-Generalsekretär António Guterres und der US-Klimabeauftragte John Kerry als Redner erwartet. Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnimmt, blieb zunächst unklar.

Konferenzchef Ischinger plant weiter, später im Jahr eine Sicherheitskonferenz mit physischer Teilnahme auszurichten. Er hoffe, dass Biden vielleicht auch daran teilnehmen kann, sagte Ischinger. »Wenn wir sie so legen können, dass sie mit einer anderen Verpflichtung des amerikanischen Präsidenten in Europa…