Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus eine Schließung der Grenze zu Tschechien nicht ausgeschlossen. »Sollte Tschechien nicht in der Lage sein, seine Notmaßnahmen zu verlängern, dann muss auch klar sein, dass Tschechien ein Mutationsgebiet ist und dann muss auch die Grenzschließung ein Thema sein«, sagte Söder am Mittwochabend im ZDF-»heute-journal«.

Das gelte auch für Österreich. »Wir sind bei Österreich sehr verunsichert«, sagte Söder. Die Regierung in Wien habe im von der südafrikanischen Virusvariante stark betroffenen Bundesland Tirol Quarantänemaßnahmen verhängt. »In Tirol, so hört man, interessiert das niemanden«, sagte Söder. »Ich bin schon besorgt, dass da ein zweites Ischgl droht.«

Wenn die Gebiete als Mutationsgebiete definiert würden, gäbe es kaum noch Reisemöglichkeiten, sagte Söder. Bereits jetzt sei der Grenzübertritt von nach Tschechien nur noch zur Arbeit möglich.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte bereits zuvor vor allen nicht notwendigen touristischen Reisen nach Österreich.

Wirtschaft in Österreich leidet besonders unter den Folgen des Virus

Das deutsche Nachbarland wird von der Pandemie wirtschaftlich besonders hart getroffen. Um 4,3 Prozent ist die österreichische Wirtschaft im vierten Quartal 2020 laut einer Aufstellung der EU-Statistikbehörde Eurostat geschrumpft. Kein anderer EU-Staat hat bislang annähernd so desaströse Zahlen für das Jahresende vermeldet. Im Vergleich zu 2019 lief es nur in Spanien noch schlechter.

Österreich steht plötzlich weit unten in Europas Konjunkturstatistiken. Während die Arbeitslosenzahlen steigen, senken Forschungsinstitute ihre Prognosen. Probleme plage vor allem den so wichtigen Tourismussektor. Die Hotels sind seit November für Urlauber dicht. Wieder und wieder hat die Regierung die Wiedereröffnung verschoben: Erst war von Anfang Dezember die Rede, dann von Anfang Januar, dann Mitte Januar, mittlerweile hat Kanzler…