Nach monatelangen Spannungen haben China und Indien in ihrem Grenzkonflikt im Himalaya einen Truppenabzug vereinbart. Nach mehreren Gesprächen sei eine Einigung erzielt worden, sagte der indische Verteidigungsminister Rajnath Singh im Parlament. Man habe sich auf einen Rückzug von der umstrittenen Grenze am nördlichen und südlichen Ufer des Pangong-Tso-Sees verständigt.

Der indische Verteidigungsminister Rajnath Singh bei der Übernahme eines französischen Kampfjets (Archivbild)

China hatte bereits am Vortag mitgeteilt, dass beide Seiten dort mit einem Rückzug ihrer Grenztruppen begonnen hätten. Zuletzt hatte es im Mai in der Nähe des Sees Zusammenstöße gegeben.

Ein historischer Konflikt 

Zwischen den Staaten, die beide über Atomwaffen verfügen, schwelt seit längerem ein Grenzkonflikt im Himalaya. Immer wieder warfen China und Indien einander Provokationen vor. Entlang der Grenze in der abgelegenen Bergregion standen einander zuletzt Hunderte Soldaten gegenüber. Beide Staaten hatten sich 1962 einen kurzen Grenzkrieg geliefert. Sie haben die Streitigkeiten über den Grenzverlauf im Himalaya seither nicht beigelegt.

Immerhin: keine Schüsse

Die Regierungen in Peking und Neu-Delhi beanspruchen Tausende Quadratkilometer in einem Gebiet für sich, das sich von den Schneewüsten in der Region Ladakh im Westen bis zu den Bergwäldern im Osten zieht. Immerhin: Schüsse sind in den vergangenen Jahren nicht gefallen, beide Staaten hatten sich geeinigt, auf den Gebrauch von Schusswaffen zu verzichten. Allerdings gab es immer wieder Handgreiflichkeiten.

ml/uh (rtr, dpae, ape)