Die Anklagevertreter im Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump argumentieren, er habe keinerlei Reue für den Angriff seiner Anhänger gezeigt. Daher sei erneute Gewalt nicht ausgeschlossen, wenn er nicht verurteilt werde. Außerdem sagten die Staatsanwälte, dass Trumps Anhänger bei ihrer Attacke auf das Kapitol klar den Anweisungen des damaligen US-Präsidenten gefolgt seien. Das Anklage-Team aus dem Repräsentantenhaus präsentierte am Donnerstag im Senat Äußerungen diverser Beteiligter der gewaltsamen Proteste, die angaben, sie hätten getan, wozu Trump sie aufgerufen habe. Und sie beschuldigten Trump, er habe seine Unterstützer schon in der Vergangenheit zu Gewalt ermuntert.

Am 6. Januar hatten Anhänger des abgewählten Präsidenten gewaltsam das Kapitol gestürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Trumps Amtsnachfolger Joe Biden offiziell zu bestätigen. Bei den Krawallen kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump hatte seine Anhänger kurz zuvor bei einer Kundgebung damit aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg gestohlen worden sei. Bei jenem Auftritt sagte er unter anderem: »Wenn Ihr nicht wie der Teufel kämpft, werdet Ihr kein Land mehr haben.«

»Anstiftung zum Aufruhr«

Die Demokraten werfen ihm »Anstiftung zum Aufruhr« vor und haben im Repräsentantenhaus ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Geführt und entschieden wird dieses Verfahren im Senat. Die Kongresskammer nimmt dabei die Rolle eines Gerichts ein. Mit dem Verfahren wollen die Demokraten Trump auch nach dem Abschied aus dem Weißen Haus zur Rechenschaft ziehen und zugleich erreichen, dass er für künftige Ämter auf Bundesebene gesperrt wird. Voraussetzung dafür wäre, dass der Republikaner in dem Verfahren verurteilt wird. Die dafür nötige Zwei-Drittel-Mehrheit im Senat ist derzeit aber nicht absehbar.

Die Ankläger hatten am Mittwoch damit begonnen, ihre Vorwürfe gegen Trump darzulegen, und nutzten dazu auch dramatische Videoaufnahmen und eine…