Hat Donald Trump einen Mob zum Sturm des US-Kapitols angestiftet? Das ist die zentrale Frage des Impeachment-Verfahrens gegen den Ex-Präsidenten. Aus Sicht der anklagenden Demokraten ist die Sache klar – am zweiten Prozesstag haben sie nun mit einer umfangreichen Präsentation begonnen, um ihre Position zu untermauern.

Trump sei beim Sturm alles andere als ein »unschuldiger Zuschauer« gewesen, sondern der »Inciter in Chief«, quasi der »Oberanstifter«. »Für uns mag sich das nach Chaos und Wahnsinn angefühlt haben«, sagte der Wortführer der Anklage, der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin, über den Tag Anfang Januar. »Aber hinter dem Wahnsinn steckte Methode.« Trump habe dann nichts unternommen, »um die Gewalt zu stoppen und die Regierung zu schützen«.

Die Demokraten werfen Trump Anstiftung zum Aufruhr vor. Raskins Kollege Joe Neguse sagte, der »Mob« sei von Trump »gerufen, versammelt und angestiftet worden«, um eine friedliche Machtübergabe an seinen Nachfolger Joe Biden zu verhindern. Trump habe sich trotz seiner Wahlniederlage vom 3. November an der Macht halten wollen.

Die Erstürmung des Kapitols mit fünf Toten hatte international für Entsetzen gesorgt. Auch bei vielen Republikanern stieß das Verhalten des damaligen Präsidenten auf scharfe Kritik.

16 Stunden Zeit für die Argumente

Der Impeachment-Prozess gegen Trump hatte am Dienstag begonnen. Dabei ging es zunächst um die Frage, ob der Senat Trump als früherem Präsidenten überhaupt den Prozess machen kann. Eine Mehrheit der Senatoren bejahte dies und bezeichnete den Prozess als verfassungsgemäß.

Am Mittwoch begannen die neun demokratischen Abgeordneten, die die Anklage gegen Trump führen, dann mit den inhaltlichen Vorwürfen gegen den Ex-Präsidenten. Sie haben dafür 16 Stunden auf zwei Tage verteilt Zeit.

Anschließend werden Trumps Anwälte zu Wort kommen. Sie bekommen das gleiche Zeitkontingent, um ihre Argumente zu präsentieren. Trump selbst soll über die Eröffnungsrede seiner…