von Hans-Martin Tillack
sowie
von Thomas Steinmann
11.02.2021, 16:55 Uhr

Früh, im Januar 2020, hatte ein bayerischer Steuerprüfer auf staatsanwaltliche Ermittlungen im Fall Wirecard gedrängt und war abgeblitzt. Die zuständige Münchner Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl verteidigt sich jetzt mit Problemen beim Erinnerungsvermögen.

Die Münchner Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl ist eine der erfahrensten Ermittlerinnen Deutschlands. Jemand wie sie weiß, wie man Vernehmungen führt. Und sie kennt sicher auch aus Vernehmungen das Phänomen der Gedächtnislücken.

Am 29. Januar war Bäumler-Hösl zu ihrer ersten Zeugenvernehmung in den Untersuchungsausschuss des Bundestages geladen, der den Betrugsvorwürfen um den Zahlungsdienstleister Wirecard nachgeht. Es ging auch um die Frage, warum sie erst ab Juni 2020 und nicht früher Ermittlungen gegen Verantwortliche des Konzerns eingeleitet hatte.

Bäumler-Hösl wies den Vorwurf zurück: „Wir haben die letzten Tage gelesen, dass wir möglicherweise zu zögerlich gewesen sind“, bekannte sie: „Ich bin der festen Überzeugung: Das war nicht der Fall. Wir haben zu jedem Zeitpunkt das Richtige, was nach der gesetzlichen Lage möglich war, getan.“