In der Wirtschaft gibt es großen Unmut über die jüngsten Verlängerungspläne der Corona-Schließungen. Zu denen, die sich tief enttäuscht geäußert haben, zählen das Gastgewerbe, der Mittelstand und die Immobilienwirtschaft.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) beklagte etwa, es gebe immer noch keine Öffnungsperspektive. »Dass Hotels und Restaurants in dem vorliegenden Beschluss mit keinem Wort erwähnt werden, löst in der Branche Frust und Verzweiflung aus«, sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin der Branchenorganisation.

Beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) ist der Ärger ebenfalls groß. »Der Coronagipfel ist ein weiterer Beweis der Unverbindlichkeit der Politik und der Gipfel der Enttäuschungen für den Mittelstand«, hieß es. »Es ist fünf nach Zwölf! Die Regierung darf ihre planlose Corona-Politik nicht fortsetzen, sonst droht ein irreparabler Schaden, der sich langfristig auf den Wohlstand in Deutschland auswirkt.«

BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger kritisierte, es fehle noch immer ein verbindlicher Fahrplan für den »Lockoff« der Wirtschaft sowie ein Wirtschaftsgipfel mit Experten des Mittelstands, den Gewerkschaften und der Politik. »Die Regierenden nehmen abermals die Insolvenz und den Existenzverlust von Hunderttausenden Betrieben und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kauf und rauben deren Zukunftsperspektive«, sagte Jerger. »Wieder vertröstet die Bundesregierung den Mittelstand mit unverbindlichen Versprechungen und lässt diesen bettelnd am Tropf der Überbrückungshilfen hängen.«

Auch seitens des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft vertritt auch viele Vermieter von Gewerbeflächen, kam scharfe Kritik. Es fehle weiterhin jede Perspektive für eine Öffnung des Handels. »Es geht um die Existenzen ganzer Innenstädte«, sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. Der Wirtschaftsweise Lars Feld hält die Verlängerung des Shutdowns indes für…