Die Bundesregierung wird Tschechien und das österreichische Bundesland Tirol zu Virus-Mutationsgebieten erklären. Das hat das Bundesinnenministerium am Donnerstagnachmittag bestätigt. Die Folge sind weitreichende Einreisebeschränkungen für Menschen aus diesen beiden Ländern. Sie dürfen nur noch in absoluten Ausnahmefällen und mit einem negativen Corona-Test einreisen.

Die Bundespolizei bereitet sich bereits darauf vor, in der Nacht zum Sonntag stationäre Grenzkontrollen nach Tschechien einzurichten. An der Grenze zu Österreich gibt es wegen der Migrationsbewegungen bereits stationäre Kontrollen. »Die Wiedereinführung von Binnengrenzkontrollen ist erforderlich, um den Viruseintrag nach Deutschland möglichst zu unterbinden«, teilte das Innenministerium mit.

Damit wiederholt sich, was die Bundesregierung eigentlich vermeiden wollte: dass wegen der Corona-Pandemie wie im Frühjahr 2020 wieder innereuropäische Grenzen abgeriegelt werden.

Der Schritt soll auf expliziten Wunsch von Bayern und Sachsen erfolgen. Dort war seit Tagen die Sorge darüber gewachsen, dass aus den Nachbarländern Virusmutationen eingeschleppt werden. Mehrere Politiker hatten in den vergangenen Tagen bereits Grenzschließungen ins Gespräch gebracht.

»Wir können nicht in Deutschland alle Schuhläden zusperren, aber den ungebremsten Eintrag von Virusvarianten aus dem Ausland zulassen und Fasching feiern«, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer nun der »Süddeutschen Zeitung«.

In Tschechien grassiert die leichter übertragbare britische Variante des Coronavirus. Nach internen Zahlen der Bundesregierung macht diese Mutante bereits bis zu 70 Prozent der Fälle in Tschechien aus. Im österreichischen Bundesland Tirol ist die gefährliche südafrikanische Variante verbreitet.

Aktuell stimmt sich die Bundesregierung noch ab, für welche Personen möglicherweise Ausnahmen von der Einreisesperre gelten.

Flüge, Bus- und Bahnfahrten aus den Mutationsgebieten würden komplett untersagt. Dies gilt…