»Willkürlich«, »grottenschlecht«, »frustrierend«: Der verlängerte Lockdown kommt in weiten Teilen der Wirtschaft denkbar schlecht an. Verbandsvertreter beklagten am Donnerstag in erster Linie, dass es trotz anderslautender Versprechen der Politik weiterhin keinen verbindlichen Zeitplan für mögliche Lockerungen der Corona-Regeln gibt. Auch die neue Zielmarke von Bund und Ländern bei den Neuinfektionen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Corona-Mutationen erklärt, wird als willkürlich empfunden.

Besonders ins Auge fällt, dass Friseure bald wieder öffnen dürfen: »Einzelhändler, Kulturschaffende, Veranstalter und Gastronomen werden dagegen vertröstet auf den Sankt Nimmerleinstag«, sagt Sarna Röser vom Verband der Jungunternehmer.

Warum aber ausgerechnet die Frisiersalons? In manchen Bundesländern dürfen sie sogar schon wieder Kunden empfangen, bevor Kitas und Schulen wieder öffnen. Carsten Thamm-Walz betreibt Niederlassungen in Berlin, Potsdam und auf Mallorca, die unter anderem wichtige Anlaufstellen für die Schönen, Reichen und Mächtigen sind. Im Interview versucht er zu erklären, warum seine Branche bevorzugt wird.