Die Kritik an den Wirtschaftshilfen der Bundesregierung in der Pandemie nimmt zu. »Die Umsetzung der Wirtschaftshilfen ist zuletzt eigentlich eine Katastrophe gewesen, und die Gelder sind viel zu langsam geflossen«, sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), im ZDF-»Morgenmagazin«.

Für die Wirtschaft sei das katastrophal. Viele Unternehmen stünden am Rande ihrer Existenz, und es werde sich in den nächsten Monaten dramatisch verschlechtern. »Viele brauchen eine Perspektive, und die haben sie letztlich jetzt immer noch nicht.«

Besonders prekär sei die Situation für Soloselbstständige und Minijobber. In jedem Fall müsse die Bundesregierung in den kommenden Monaten ein weiteres Wirtschaftsprogramm auflegen. »Eigentlich muss die Politik schon jetzt den Unternehmen sagen: Ihr kriegt auch die Hilfen weit über den Sommer hinaus, solange ihr sie braucht«, so der DIW-Präsident.

»Diese Wirtschaftshilfen sind ein riesiges Versagen«

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt kritisierte die schleppende Umsetzung der Corona-Wirtschaftshilfen. »Diese Wirtschaftshilfen, das ist ein riesiges Versagen der Bundesregierung, ein Hin- und Herschieben zwischen Wirtschaftsminister und Finanzminister.«

Auch viele Wirtschaftsverbände zeigten sich enttäuscht. Der Handelsverband Deutschland (HDE) forderte mehr Geld. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth verlangte, bei den Überbrückungshilfen müssen Monatsbeiträge und Abschlagszahlungen erhöht sowie auch große Filialunternehmen mit über 750 Millionen Euro Jahresumsatz in den Kreis der Empfänger aufgenommen werden.

Zudem forderte Genth einen »Unternehmerlohn« für kleinere Händler und einfachere Abschreibungsmöglichkeiten für unverkäufliche Ware. Was die Bundesregierung bisher bei den Wirtschaftshilfen »abliefert«, bezeichnete Genth als »Armutszeugnis«. Er erwarte, dass zahlreiche Handelsunternehmen rechtlich für höhere Hilfen kämpfen: »Hier werden wir Klagen…