Bei der Opposition im Bundestag stoßen die Entscheidungen auf scharfe Kritik. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, sich »gedanklich im Lockdown eingemauert« zu haben. »Das Kanzleramt war aufgefordert, den Menschen nach Wochen im Lockdown eine klare Perspektive zu bieten, einen Stufenplan zurück in den Alltag vorzulegen«, sagte Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Stattdessen stünden Merkel und Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) unbeweglich auf der Bremse.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nannte es »unverständlich«, dass sich Bund und Länder nicht auf ein gemeinsames Vorgehen bei Schulen und Kitas geeinigt hätten. »Es muss in allen Bundesländern sichergestellt sein, dass bis zur Öffnung von Grundschulen und Kitas die Voraussetzungen für einen sichereren Unterricht geschaffen werden«, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

FDP-Generalsekretär Volker Wissing bezeichnete die Einigung von Bund und Ländern ebenfalls als unzureichend. »Die Beschlüsse bleiben hinter den Erwartungen zurück. Es fehlen klare Perspektiven, die von den Menschen dringend erwartet werden«, sagte er der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. »Einen Stufenplan gibt es nicht, sondern er soll erst erarbeitet werden.« Zudem gebe es für viele Bereiche keinerlei Öffnungssignal.

Unter Gastronomen machte sich nach den jüngsten Beschlüssen »Frust und Verzweiflung« breit. Scharfe Kritik kam auch vom Mittelstand und von Vermietern von Läden.

Kanzlerin Merkel hatte sich mit den Regierungschefs der Länder am Mittwoch darauf geeinigt, die geltenden Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen sowie die Schließung von Gastronomiebetrieben und Hotels grundsätzlich bis zum 7. März zu verlängern.

Eine Ausnahme soll es zuvor für Friseure geben. Sie sollen unter strikten Hygieneauflagen bereits Anfang März wieder öffnen dürfen. »Eine ganze Branche atmet auf, endlich haben wir eine Perspektive und Planungssicherheit«, hieß…