Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Bundestag vor der Gefahr einer dritten Infektionswelle in der Corona-Pandemie gewarnt. Bei ihrer Regierungserklärung am Tag nach der Ministerpräsidentenkonferenz sagte Merkel, durch die ansteckenderen Virusvarianten bestehe eine »sehr reale Gefahr«. Man tue gut daran, nicht an den Annahmen von Expertinnen und Experten zu zweifeln, die die Mutanten als leichter übertragbar einschätzten.

Merkel warnte, dass sich die neuen Varianten »früher oder später« durchsetzten, wie es bereits in anderen europäischen Ländern geschehen sei. In Deutschland sei derzeit die britische Mutante am häufigsten. In den kommenden Tagen werde es dazu neue Daten geben, sagte die Kanzlerin. »Wir müssen sehr achtsam sein.«

Sie äußerte auch indirekt Kritik an Forderungen nach fest terminierten Öffnungskonzepten nach dem Shutdown. Es handle sich um einen stufenweisen Prozess, bei dem man noch nicht wisse, bei welcher Inzidenz was machbar sei. »Wir gehen sozusagen mit dem Virus in einen Kampf, das ist unser Gegner«, sagte Merkel am Donnerstag im Bundestag. »Und das Virus richtet sich nicht nach Daten, sondern das Virus richtet sich nach Infektionszahlen und nach Fragen, wie sich die Infektion ausbreitet.«

Merkel erklärte, man müsse zunächst sehen, wie gut die Kontaktnachverfolgung funktioniere, wie die Corona-App und Aufstockungen in den Gesundheitsämtern sich auswirkten, was Teststrategien und bessere Schutzmaßnahmen brächten. Weitere Lockerungen dürften nicht zu einer neuen Welle führen, bei der das Virus die Oberhand gewänne und es einen exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen gäbe.

Die von Bund und Ländern am Mittwoch beschlossenen Maßnahmen seien »geeignet, erforderlich und verhältnismäßig«. Die Regierungschefs hatten sich darauf verständigt, die derzeitigen Corona-Eindämmungsmaßnahmen bis zum 7. März fortzuschreiben. Ausnahmen gibt es lediglich für Friseure, Schulen und Kitas.

Merkel betonte, dass sie beim…