Es musste ein Texaner sein, wer sonst? Nur jemand wie Bunker Hunt kann an einem einzigen Tag eine Milliarde Dollar verlieren »und danach trotzdem noch zwei Milliarden übrighaben«, schwärmte das »Time«-Magazin im Jahr 1980 von dem Mann, der den Silbermarkt dominiert hat wie niemand zuvor: Nelson Bunker Hunt.

Zu dieser Zeit waren Bunker Hunt und sein Bruder William Herbert der Schrecken der Wall Street: Die Texaner wollten den Silbermarkt beherrschen – und häuften dazu riesige Mengen an Silber und Silberkontrakten an. Der Preis des Edelmetalls stieg von 6 auf mehr als 50 Dollar je Unze. Viele Amerikaner trugen ihr Silberbesteck zum Pfandleiher, um es zu Geld zu machen. Doch dann setzte das Finanzestablishment dem Treiben ein Ende: Am »Silver Thursday«, dem 27. März 1980, stürzte der Silberkurs in die Tiefe – und nahm die Hunt-Brüder mit. Bunker Hunt blieb schließlich nichts anderes übrig, als Insolvenz anzumelden.

Nun treten Anhänger der WallStreetBets-Bewegung in die Fußstapfen der texanischen Geschwister: Hobbyspekulanten wollen mit gezielten Käufen den Silberpreis von 25 auf 1000 Dollar hochtreiben. Zwar ist das Vorhaben in der Community umstritten, aber am Montag erreichte der Silberpreis mit 30,10 Dollar den höchsten Stand seit Anfang 2013.