Sie sind die einzigen, die es noch gibt. Najin und Fatu sind die letzten beiden Nördlichen Breitmaulnashörner der Welt. Beide sind Weibchen – Mutter und Tochter. Und beide sind unfruchtbar. Das macht sie aktuell zur gefährdetsten Säugetier-Art der Welt. Der letzte Bulle, ihr Vater und Großvater, starb 2018 mit 45 Jahren an Altersschwäche.

Nördliche Breitmaulnashörner waren einmal in Zentralafrika weit verbreitet. Doch die Wildpopulation zog sich im Laufe der Zeit auf das Gebiet der Republik Kongo zurück. Nach Bürgerkriegen und exzessiver Wilderei gelten die Tiere seit 2008 in freier Wildbahn als ausgerottet.

Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern und Naturschützern versucht, die Art mit den letzten beiden Tieren im Reservat in Kenia zu retten. Die Forscher entnahmen dem jüngeren Tier Eizellen, die sie mit eingefrorenen Spermien künstlich befruchteten und so zwei Embryonen züchteten. Drei weitere Embryonen hatten sie bereits zuvor produzieren können. Doch wegen der Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie verzögerte sich das ganze Projekt, erzählt der Leiter der Reproduktionsmedizin des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung.

Thomas Hildebrandt, Abteilungsleiter Reproduktionsmanagement
»Wir haben jetzt fünf Embryonen des Nördlichen Breitmaulnashorns von ausgezeichneter Qualität. Das ist ein sehr gutes Rückgrat für unser Projekt und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir aus diesen fünf Embryonen ein Kalb produzieren werden.«

Die Forscher testen ihre Embryo-Technologie zunächst mit ebenfalls unfruchtbaren Weibchen des verwandten Südlichen Breitmaulnashorns, von dem noch rund 18.000 Exemplare leben. Erst wenn sie hier erfolgreich sind, wollen sie ihre Methode auch bei dem jüngeren der letzten beiden Nördlichen Breitmaulnashörner anwenden. Vorerst bleiben die Embryonen daher in flüssigem Stickstoff konserviert. Doch die Zeit drängt.

Thomas Hildebrandt, Abteilungsleiter Reproduktionsmanagement
»Wir stehen unter…