Der Krisenstaat Somalia in Ostafrika ist seit Längerem in teils unabhängige Regionen zersplittert. Nachbar Kenia unterstützt diese einseitig – zum Ärger der somalischen Regierung. Nun verschärfen sich die Spannungen zwischen Kenia und Somalia.

Die somalische Regierung beschuldigte das kenianische Militär, gemeinsam mit Kämpfern der autonomen Region Jubaland den somalischen Grenzposten Beledhawo angegriffen zu haben. Mindestens zehn Menschen seien bei den Zusammenstößen getötet worden, darunter fünf Kinder, teilte der somalische Informationsminister Osman Dubbe mit. Von kenianischer Seite gab es zunächst keine Äußerungen zum Vorfall. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, vor Ort würde es immer noch Gefechte geben, Menschen seien auf der Flucht.

Kenia unterhält enge Beziehungen zur somalischen Region Jubaland. Auch zur von Somalia unabhängigen, aber international nicht anerkannten Republik Somaliland pflegt Kenia Beziehungen und verärgert dadurch die Regierung in Mogadischu. Das Ziel Kenias: So die Terrorgruppe Al-Schabab in Schach halten.

Diplomatische Beziehungen abgebrochen

Die Terrormiliz kämpft seit Jahren in dem Land am Horn von Afrika um die Vorherrschaft. Sie kontrolliert weite Teile des Südens und des Zentrums von Somalia und verübt immer wieder Anschläge auf Zivilisten und Sicherheitskräfte, auch in Kenia. Kenia nimmt auch an einer Mission der Afrikanischen Union (AU) teil, die gegen Al-Shabab vorgeht.

Neben der Einmischung Kenias in die somalische Sicherheitspolitik trüben auch Differenzen über Küstengewässer die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten. Kenia hat mehr als 50 Millionen Einwohner, Somalia etwa 15 Millionen. Im Vorfeld geplanter nationaler Wahlen Anfang Februar hatte die somalische Regierung Ende vergangenen Jahres die diplomatischen Verbindungen zu Kenia abgebrochen und das mit der Sicherung der Einheit, Souveränität und Stabilität des Landes begründet.

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