Böse Zungen hatten schon während Donald Trumps Amtszeit als US-Präsident nahegelegt, dass dieser seine Zeit lieber in Mar-a-Lago verbringt als in Washington. Dass Trump sein Anwesen in Florida auch selbst als »Weißes Haus für den Winter« bezeichnete, verstärkte diesen Eindruck noch. Die Nähe zum Präsidenten ließen sich die zahlreichen Mitglieder des Privatklubs einiges kosten. Doch nun ist Trump sein Amt los – und in Mar-a-Lago läuft es nicht mehr so richtig.

Das erklärte zumindest der Historiker und Buchautor Laurence Leamer dem US-Sender MSNBC. Leamer gilt als führender Experte beim Thema Mar-a-Lago und hat sogar ein Buch über das Anwesen und die illustren Mitglieder verfasst. »Es ist ein trauriger Ort geworden. Es ist nicht mehr, was es einmal war«, sagte Leamer über die aktuelle Lage vor Ort. Er habe mit zahlreichen Mitgliedern gesprochen, die »sang- und klanglos gegangen« seien, als Trump seine Wiederwahl verlor. Genaue Zahlen legte er aber nicht vor.

Die Probleme des Klubs seien auch auf die Coronakrise zurückzuführen, größere Events könnten im Moment nicht stattfinden. Für Trump bedeuten sinkende Mitgliederzahlen nicht nur leere Stühle, sondern auch leere Kassen: Nach seiner Vereidigung als 45. Präsident war die Aufnahmegebühr auf 200.000 US-Dollar verdoppelt worden. Dazu kamen jährliche Beiträge im fünfstelligen Bereich.

Demnach verschickte ein Anwalt der Nachbarn einen entsprechenden Brief an den Secret Service und an die Stadt Palm Beach. Darin schreiben sie, Trump habe kein Recht darauf, dauerhaft in der Anlage, die als Privatklub gilt, zu residieren. Sie beziehen sich dabei auf Regelungen aus den Neunzigerjahren. Damals wandelte Trump das Anwesen von einem Privatsitz in einen Privatklub um.

Genützt hat es wenig, seit rund einer Woche wohnt Trump in Mar-a-Lago. Auf allzu viele Einladungen zum nachbarschaftlichen Grillen darf er sich laut Laurence Leamer aber wohl nicht einstellen. »Sogar in Palm Beach mögen ihn die Leute nicht. Es…