„Die Vereinigten Staaten verurteilen ausdrücklich das harsche Vorgehen gegen Demonstranten und Journalisten an diesem Wochenende“, erklärte der neue Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price. Man rufe die russischen Behörden auf, „all diejenigen freizulassen, die ihre universellen Rechte ausgeübt haben.“ Die US-Regierung fordere zudem „die sofortige und bedingungslose Freilassung“ von Alexej Nawalny. Außerdem müsse Russland bei der internationalen Untersuchung des Giftanschlags auf den prominenten Oppositionspolitiker „vollständig kooperieren“ und „die Verwendung einer Chemiewaffe auf seinem Boden glaubwürdig erklären“.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell verurteilte auf Twitter die massenhaften Festnahmen sowie „den unangemessenen Einsatz von Gewalt“. Er kündigte an, die EU-Außenminister würden am Montag die nächsten Schritte diskutieren. Der britische Außenminister Dominic Raab kritisierte ebenfalls die Anwendung von Gewalt „gegen friedliche Demonstranten und Journalisten“. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International merkte an, viele „friedliche“ und junge Demonstranten seien willkürlich geschlagen und festgenommen worden.

Beispiellose Kette von Protestaktionen

In einer beispiellosen Protestwelle haben Zehntausende Menschen in ganz Russland für die Freilassung des Kremlkritikers Alexej Nawalny und gegen Präsident Wladimir Putin demonstriert. Sie waren einem Protestaufruf Nawalnys gefolgt. Allein in Moskau versammelten sich nach Schätzungen von Reportern mindestens 40.000 Anhänger des Oppositionspolitikers zu einer der größten unerlaubten Demonstrationen seit Jahren. Das Innenministerium sprach dagegen von 4000 Demonstranten. In Moskau kam es zu Zusammenstößen der Polizei mit Demonstranten, dabei gab es Dutzende Verletzte. In St. Petersburg versammelten sich etwa 20.000 Demonstranten.

Auf dem Moskauer Puschkinplatz stehen sich Sicherheitskräfte und Demonstranten gegenüber

Die Polizei ging vielfach gewaltsam gegen die Proteste in rund…