Das zuständige Ministerium für internationalen Handel wies am Sonntag gegenüber der BBC und der Zeitung »Observer« alles weit von sich: Es sei absolut nicht Regierungspolitik, Unternehmen einen Umzug in die EU zu empfehlen. Alle Mitarbeiter seien angehalten, sich an die nach dem Brexit geltenden Bestimmungen zu halten und diese auch korrekt zu kommunizieren.

Zuvor hatten beide Medien darüber berichtet, dass offenbar zahlreiche britische Exportfirmen von Beamten mehrerer Ministerien den Tipp erhalten hätten, doch vielleicht über eine Teilneugründung oder einen ausgelagerten Waren-Hub ihres Unternehmens auf EU-Territorium nachzudenken – um die teils erheblichen Mehrkosten nach dem Ausstieg Großbritanniens aus der EU zu kompensieren. Laut »Observer« und BBC planten daher bereits mehrere Unternehmen eine derartige Auslagerung, so könnten sie zusätzliche Zollgebühren, Mehrwertsteuer sowie viel bürokratischen Aufwand umgehen.

Auch die Jobs wandern in die EU

Ein Mitarbeiter des für ihn zuständigen Umweltministeriums habe ihm gesagt, dass ein Umschlagzentrum in der EU die einzige Lösung sei, sagte beispielsweise der Mitgründer des Käsehändlers Cheshire Cheese Company, Simon Spurrell der BBC. Seit dem Brexit müsse jede Probierbox im Wert von 25 bis 30 Pfund, die in die EU exportiert werde, ein von einem Tierarzt ausgestelltes Gesundheitszertifikat für 180 Pfund (rund 200 Euro) erhalten. Der Käsehändler hat nach eigenen Angaben nun den Bau eines neuen Lagers in England verworfen. »Stattdessen werden wir womöglich französische Arbeiter einstellen und Steuern in der EU zahlen«, sagte Spurrell.

Im »Observer« kündigten zwei mittelständische Unternehmen an, Teile ihres Geschäfts in die EU zu verlegen, darunter die in Cambridgeshire ansässige Horizon Retail Marketing Solutions, ein Anbieter für Einzelhandelsbedarf und Warendisplays. Geschäftsführer Andrew Moss sagte der Zeitung, dass er eine EU-Dependance in den Niederlanden bereits in den kommenden…