Mitte Dezember waren die Befürchtungen groß. Die Zahlen der bekannten Corona-Neuinfektionen sowie der täglich gemeldeten Todesfälle stiegen rasant, das Weihnachtsfest stand vor der Tür. Würden Reisen quer durch die Republik und Treffen mit Familie und Freunden das ohnehin schon besorgniserregende pandemische Geschehen noch weiter beschleunigen? 

Um diesem, durchaus plausiblen, Szenario vorzubeugen, reagierte die Politik. Die bestehenden Maßnahmen wurden auch über die Weihnachtstage nur leicht gelockert. Weihnachten im Kreis der Familie sollte nicht vollkommen verhindert, Risiken aber wo immer möglich begrenzt werden. »Bitte reduzieren Sie Ihre Kontakte und verbringen Sie Weihnachten nur im kleinen Kreis«, so appellierte Lothar Wieler, der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), an die Bevölkerung.

Nach Weihnachten fiel es lange Zeit schwer, Bilanz zu ziehen, wie gut die gewählte Strategie und die Appelle funktioniert hatten. Die Zahlen waren vorerst lückenhaft und schwer zu interpretieren, und aus dem privaten Umfeld waren ganz unterschiedliche Berichte zu hören. Die einen verbrachten Weihnachten aus Vorsicht komplett allein, während andere die maximale Zahl der erlaubten Gäste jeden Tag aufs Neue ausreizten oder es mit dem Zählen vielleicht nicht ganz so genau nahmen.