Mit der Ankunft der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 endete für Deutschland eine lange Phase des Aufschwungs. Über eine Dekade war die Wirtschaft in jedem einzelnen Jahr gewachsen. Besonders stark war die Entwicklung am Arbeitsmarkt, im Schnitt entstanden Jahr für Jahr unter dem Strich rund eine halbe Million sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze neu.

Noch ist unklar, ob und in welchem Ausmaß die Pandemie auch über ihr Ende hinaus die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen verändern wird. Für den Arbeitsmarkt etwa sind Experten grundsätzlich optimistisch. Demnach beschleunige Corona zwar einige bereits zuvor bestehende Trends und erhöhe die damit verbundenen Herausforderungen – eine lange systemische Krise sei aber nicht zu erwarten. Auf mittlere und lange Sicht bleibe das größte Problem vielmehr das gleiche wie vor der Pandemie: Deutschland droht ein Mangel an passend qualifizierten Arbeitskräften.

Damit könnte sich nach Corona auch ein Trend fortsetzen, der in den Jahren zuvor eine starke Dynamik hatte: Die Arbeitnehmerentgelte haben 2019 die Einkommen aus Unternehmen und Vermögen fast eingeholt, was das Wachstum seit dem Jahr 2000 betrifft – nachdem sie lange deutlich zurücklagen. Das geht aus dem aktuellen Verteilungsbericht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, der dem SPIEGEL vorab vorlag.

Die Grafik zeigt die Entwicklung seit der Jahrtausendwende:

Die Experten des DGB haben auf mehr als 90 Seiten zahlreiche Daten amtlicher Statistiker und internationaler Organisationen zusammengetragen und eigene Berechnungen angestellt. Entstanden ist ein vielseitiger Überblick über die Verteilung des Wohlstands in Deutschland, die Ungleichheit im internationalen Vergleich oder die Geschlechtergerechtigkeit.

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Arbeiter in Metallwerkstatt in Klitten

Foto: Florian Gaertner / imago images / photothek

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