Als der Ball zum letzten Treffer für Werder Bremen im Hertha-Tor einschlug, wollte Michael Preetz gar nicht mehr hinsehen. Resignierend ließ sich der Geschäftsführer der Berliner auf der Trainerbank nach vorne sacken, faltete die Hände und starrte zwischen seine Füße auf die blaue Laufbahn des Berliner Olympiastadions. Schon wieder nicht gewonnen! 1:4 hieß es aus Sicht von Hertha BSC nach einer zerfahrenen und insgesamt wenig attraktiven Partie am Samstagabend gegen konsequente Bremer. Es war am 18. Bundesliga-Spieltag bereits die neunte Pleite für Hertha BSC. Mit nur 17 Punkten stehen die Berliner – die mit ganz anderen Erwartungen in die Saison gestartet waren – auf einem enttäuschenden 14. Rang. Böse gesprochen profitiert die Hertha lediglich davon, dass es ein paar Mannschaften gibt, die sich noch schlechter anstellen als sie selbst.

„Normalerweise bekommt man nicht so viele Torchancen gegen Werder. Wir haben sie aber gehabt“, analysierte Hertha-Trainer Bruno Labbadia anschließend bei Sky und suchte nach weiteren Pluspunkten. „Normaler krachst du nach einem frühen 0:2-Rückstand zusammen. Das haben wir nicht gemacht.“ Allerdings räumte er auch ein: „Es ist eine brutale Enttäuschung. Entscheidend ist einfach: Wir kriegen zu einfache Tore und machen selber die Tore nicht.“

Cunha zweimal schwach

Symptomatisch für den Misserfolg der Hertha waren gegen Bremen zwei Szenen, an denen Matheus Cunha beteiligt war: Zunächst schnappte sich der brasilianische Angreifer den Ball zum Elfmeter und trat als Gefoulter selbst an. Allerdings vergab er kläglich und fast schon arrogant: Aufreizend langsam lief er an, stoppte sogar noch einmal ab und schoss dann wenig feste und recht unplatziert halbrechts und halbhoch – ein dankbarer Ball für dem Torwart. Es wäre das 1:1 gewesen. Stattdessen fiel zehn Minuten später das 2:0 für Bremen.

Matheus Cunha hat gegen Bremen viele Chancen erarbeitet – zweimal jedoch hätte er es besser machen müssen

Die zweite Cunha-Szene…