Die Mutation B.1.1.7 war Ende vergangenen Jahres in der südostenglischen Grafschaft Kent aufgetaucht und hatte sich seitdem rasch in London und Teilen des Landes ausgebreitet. Sie gilt als deutlich ansteckender als andere Virusvarianten.

Britische Experten zeigten sich nun aber verwundert über Johnsons Aussagen, sie könnte womöglich auch eine deutlich höhere Sterblichkeit mit sich bringen.

Es sei »nicht vollständig klar«, dass die Mutante tödlicher sei, sagte die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde Public Health England, Yvonne Doyle, am Samstag dem Sender BBC Radio 4. »Es ist zu früh, das zu sagen.« Es gebe zwar Hinweise. Aber: »Es handelt sich nur um eine kleine Zahl von Fällen, und es ist viel zu früh, um zu sagen, was tatsächlich herauskommen wird«, sagte Doyle. Derzeit liefen mehrere Untersuchungen.

Auch der Wissenschaftler Mike Tildesley, Mitglied des Expertengremiums Sage, sagte der BBC, es sei zu früh für klare Aussagen. »Ich würde gerne noch ein oder zwei Wochen warten und ein bisschen analysieren, bevor wir wirklich starke Schlussfolgerungen ziehen.«

Die Zahl der Todesfälle sei zwar leicht gestiegen, von 10 auf 13 je 1000 Patienten. »Aber das basiert auf einer ziemlich kleinen Datenmenge«, sagte Tildesley. Er sei sehr überrascht gewesen, dass Johnson die Information auf einer Pressekonferenz verkündet habe. »Ich mache mir Sorgen, dass wir Dinge voreilig melden, wenn die Daten noch nicht wirklich besonders aussagekräftig sind«, sagte Tildesley.

Großbritannien gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Mehr als 96.000 Infizierte starben dort bereits.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurde B.1.1.7 mittlerweile in rund 60 Ländern nachgewiesen, darunter auch in Deutschland.

Die Verbreitung der Mutante ist…