Bereits die ersten Stunden seiner Amtszeit nutzte der neue US-Präsident für weitreichende Entscheidungen: Joe Biden trat dem Pariser Klimaabkommen wieder bei, er beendete das Einreiseverbot aus islamischen Ländern. Es ist ein Angriff auf die politische Agenda seines Vorgängers Donald Trump. 

Wie aber soll er mit Nordkorea umgehen, dem außenpolitischen Lieblingsprojekt Trumps? 

Biden ist in einer paradoxen Situation: Seit Jahrzehnten versuchen US-Präsidenten, die Machthaber in Nordkorea von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten – jeder auf seine Weise, jeder erfolglos. Nordkorea sei »ein großes Problem, das Regierung um Regierung plagt«, sagte der designierte Außenminister Antony Blinken vor dem Senat, »und verbessert hat sich nichts«. 

Unter George W. Bush wurden China, Russland, Japan und Südkorea zu Sechs-Parteien-Gesprächen hinzugeladen, Barack Obama strafte Pjöngjang mit Nichtbeachtung und nannte das »strategische Geduld«. Donald Trump drohte Diktator Kim Jong Un erst mit »Feuer und Zorn«, sodass sein damaliger Verteidigungsminister Jim Mattis angeblich in Kleidung schlief, weil er glaubte, ein Angriff stehe kurz bevor. Dann schwenkte Trump auf einen Schmusekurs um. 

In einer an dramatischen Momenten nicht gerade armen Amtszeit gehörte das Verhältnis zwischen Trump und Kim zu den wohl bizarrsten Wendungen. Zu den berühmten »Liebesbriefen« kamen Dialoge wie diese bei einem Treffen in Vietnam im Februar 2019. Damals fragte Trump Kim: »Machen Sie jemals etwas anderes, als Raketen abzuschießen? Lassen Sie uns doch ins Kino gehen oder eine Runde Golf spielen.« 

Nordkorea ist gefährlicher denn je

Trotz Trumps Entgegenkommen baute das Regime sein Atomwaffenarsenal weiter aus, schneller, als Experten erwartet haben. Heute ist Nordkorea gefährlicher denn je. Das Regime besitzt Schätzungen zufolge mindestens 20 nukleare Sprengköpfe.

Bei einer Militärparade in Pjöngjang vergangene Woche zeigte Nordkorea die angeblich »mächtigste…