Es gebe mittlerweile „Hinweise“, dass die Mutante nicht nur ansteckender sei, sondern auch mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht werden könne, sagte Premierminister Boris Johnson vor Journalisten am Regierungssitz Downing Street in London. Die hohe Belastung der Krankenhäuser im Land sei zu einem erheblichen Teil auf die neue Virusvariante zurückzuführen, so der konservative Politiker.

Der wissenschaftliche Berater der Regierung, Patrick Vallance, erklärte, bei Männern im Alter zwischen 60 und 69 Jahren sei bislang unter 1000 Corona-Infizierten mit zehn Todesfällen zu rechnen. Bei der mutierten Virus-Form liege diese Zahl hingegen bei 13 bis 14 Todesfällen. Doch man habe noch zuwenig gesicherte Erkenntnisse, um genaueres zu sagen.

Ein Corona-Patient wird in ein Krankenhaus in London gebracht

Laut Vallance gehen Experten in Großbritannien nicht davon aus, dass die Schutzwirkung der bisher verwendeten Impfstoffe durch die heimische Virus-Variante beeinträchtigt wird. Für zwei weitere Mutationen, die in Brasilien und in Südafrika entdeckt wurden, sei dies noch unklar. Laut Regierung haben im Vereinigten Königreich bereits 5,4 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

Die Mutation B.1.1.7 war Ende vergangenen Jahres in der südostenglischen Grafschaft Kent aufgetaucht und hatte sich mit rasender Geschwindigkeit in London und Teilen des Landes ausgebreitet.

Anfang Januar wurden im Vereinigten Königreich die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca verabreicht

Großbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Täglich werden Zehntausende Neuinfektionen und zuletzt jeweils mehr als 1000 Tote gemeldet. Mehr als 96.000 Menschen starben im Vereinigten Königreich mit oder an COVID-19.

Seit Wochen gilt ein Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Reisebeschränkungen. Schulen und nicht lebensnotwendige Geschäfte sind geschlossen. Die Maßnahmen sollen Mitte Februar überprüft…