Seit Impfstart Ende Dezember in der Europäischen Union (EU) haben in Deutschland gut 1,3 Millionen Menschen die Corona-Impfung erhalten. Ebenfalls seit Start der Impfungen steht die Durchführung in der Kritik. Erst hieß es, die Zahl der eingekauften Impfdosen reiche nicht aus, am 8. Januar 2021 hat die EU-Kommission dann 300 Millionen Dosen nachbestellt. Nun gibt es neue Schwierigkeiten.

Die Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer haben Lieferverzögerungen angekündigt. Umbaumaßnahmen, die langfristig eine umfassendere Produktion erlauben sollen, führen demnach kurzfristig dazu, dass der Wirkstoff zwischenzeitlich nicht in den bisherigen Mengen hergestellt werden kann.

»Es war zu erwarten, dass es zwischenzeitlich mal zu Lieferengpässen kommen würde, besonders solange man vor allem von einem Wirkstoff abhängig ist«, sagte Impfstoffforscher Leif Erik Sander von der Berliner Charité dem SPIEGEL. Experten hatten vor Impfstart etwa darauf hingewiesen, dass es beim Ausbau der Produktionskapazitäten zu Schwierigkeiten kommen kann.

Die Auswirkungen der Produktionsumstellungen bei Pfizer sind jedoch überschaubar. Biontech/Pfizer liefert ab 25. Januar zwar weniger Fläschchen mit der raren Vakzine. Trotzdem bekommen die Bundesländer nicht weniger Dosen als ursprünglich geplant, weil ein Fläschchen nun offiziell sechs statt fünf Dosen enthält.

Mittelmaß mit Verbesserungspotenzial

In den Bundesländern sorgen die Lieferverzögerungen dennoch für Verunsicherung. In manchen Regionen, etwa Nordrhein-Westfalen, wurden Impfbemühungen zunächst unterbrochen. Gleichzeitig liegen Hunderttausende Impfdosen ungenutzt herum, längst nicht an allen Wochentagen wird in gleichem Umfang geimpft.

Vor allem die Sonntage vereint ein unerfreuliches Muster: Die Impfstatistik des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass die Zahl der Impfungen an dem Wochentag regelmäßig einbricht. Darüber, warum das der Fall ist, lässt sich allerdings nur spekulieren. Naheliegend erscheint…