Neuer Ärger für Bayer: Wegen der Aktienkursverluste im Zuge des Glyphosat-Rechtsstreits klagen Investoren auf Schadenersatz.

Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, dass ein entsprechender Fall beim Landgericht Köln anhängig ist. Zuvor meldete bereits die »Wirtschaftswoche«, dass die Kanzleien Tilp und Hausfeld im Auftrag verschiedener Investoren gegen Bayer klagen.

Es gehe demnach um knapp 37 Millionen Euro Schadensersatz. Bayer wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Die Kläger werfen dem Konzern vor, er hätte bei der milliardenschweren Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto im Jahr 2018 das Klagerisiko erkennen und die Aktionäre entsprechend informieren müssen. Prozessbeobachter rechneten damit, dass es erst gegen Ende 2021 zu einer mündlichen Verhandlung kommt.

»Wir halten die Klagen für unbegründet und werden uns entsprechend verteidigen«, erklärte der Dax-Konzern laut dpa. Man sei davon überzeugt, jederzeit gemäß den geltenden Gesetzen gehandelt zu haben. Das hätten auch die Untersuchungen unabhängiger Experten bestätigt.

Bayer hatte zuvor drei Prozesse wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat gingen in den USA verloren. Der Konzern wurde zu Schadensersatz in Millionenhöhe verdonnert, wogegen er allerdings vorgeht.

Zehntausende weitere Klagen waren oder sind in den USA noch anhängig. Um die Sache aus der Welt zu schaffen, hatte Bayer im Sommer 2020 einen groß angelegten, milliardenteuren Vergleich angekündigt. Dabei betonte das Unternehmen aber, dass dies kein Schuldeingeständnis sei.

Bayer-Aktie mit schweren Verlusten

Die rechtliche Unsicherheit lastete in den vergangenen Jahren schwer auf der Bayer-Aktie. Aktuell kostet ein Bayer-Papier rund 44 Prozent weniger als vor dem ersten Urteil gegen den Konzern im Sommer 2018. Große Investoren und Kleinanleger kritisieren die Konzernführung um Bayer-Chef Werner Baumann daher hart für den Monsanto-Kauf. Das Rechtsrisiko sei unterschätzt und nicht klar kommuniziert worden.

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