Die Maske ist dieser Tage ja immer im Weg. Auch der soeben doppelt zum neuen CDU-Chef gewählte Armin Laschet kann also in der Parteizentrale nicht unmittelbar in die Kameras strahlen, sondern muss sich erstmal den Mund-Nasen-Schutz aus dem Gesicht fummeln und ihn die Tasche packen.

Nun aber los.

An diesem Freitagnachmittag um kurz vor fünf ist Laschet endgültig der neunte Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union Deutschlands. Die Delegierten des ersten volldigitalen CDU-Parteitags hatten ihn zwar schon am vergangenen Samstag in dieses Amt gewählt, aber das Votum musste nun noch per Briefwahl bestätigt werden. Mit 52, 6 Prozent setzte sich Laschet in der Stichwahl nur knapp gegen Friedrich Merz durch, auf dem Papier hat er nun 83,35 Prozent erreicht.

Auch wenn bei der Briefwahl nur noch sein Name zur Auswahl stand und weder der von Merz noch des in der ersten Runde ausgeschiedenen dritten Kandidaten Norbert Röttgen: Es ist ein Ergebnis, mit dem Laschet sehr zufrieden sein kann.

Man sieht ihm die Erleichterung an, nachdem Thomas de Maizière als Vorsitzender des CDU-Wahlvorstands die Ergebnisse der Briefwahl bekanntgegeben hat. 983 Wahlbriefe – bei 1001 Delegierten – waren im Konrad-Adenauer-Haus eingegangen, drei von ihnen konnten nicht ausgezählt werden. Gut 83 Prozent für ihn bedeutet, dass viele derjenigen, die digital für Merz oder Röttgen gestimmt haben, offenbar nun für Laschet votierten.

Das ist ein erster Schritt für den neuen Vorsitzende, um sein Ziel zu erreichen: Die Partei wieder zu einen. »Mein Ziel ist es: Führen und Zusammenführen«, sagt er und erinnert nochmal an die unterschiedlichen Wurzeln der CDU: das Christliche, das Konservative, das Liberale. »Diese große Beteiligung und das Ergebnis sind ein Signal der Einheit der Union«, sagt Laschet.

CDU ist noch nicht wieder eins

Aber mehr als erste Signale für die Einheit der Union sind es eben nicht. Und das dürfte auch Laschet wissen, so wie sich die Dinge schon unmittelbar nach Bekanntgabe…