Eines Tages will Florian Wirtz für den großen FC Barcelona spielen. Und wenn er so weitermacht, könnte sein großer Traum irgendwann durchaus Realität werden. Der 17 Jahre alte Mittelspieler war der Matchwinner für Bayer 04 Leverkusen beim 2:1 (1:0) im Verfolgerduell gegen Borussia Dortmund. Nachdem seine Sturmkollegen einige gute Konterchancen hatten liegen lassen, zeigte Wirtz, wie es geht. Völlig frei lief er in der 80. Minute auf BVB-Torwart Roman Bürki zu, behielt die Nerven und ließ dem Schweizer mit einem platzierten Schuss ins lange Eck keine Chance. Eiskalt.

Vor der Partie wurde viel über das angebliche Interesse des Premier-League-Klubs FC Chelsea am Dortmunder Jungstar Erling Haaland geredet. „Erling ist ein herausragender Spieler“, sagte BVB-Trainer Edin Terzic im Interview des Fernsehsenders „Sky“ über den 20 Jahre alten Norweger: „Es gibt praktisch jeden Tag ein neues Gerücht. Das bedeutet, so oft gibt es die Qualität nicht auf der Welt.“ Über die Qualität des drei Jahre jüngeren Florian Wirtz bei Bayer Leverkusen wurde an diesem Abend zunächst nur kurz gesprochen. „Er steht wieder in der Startelf“, verkündete Sportgeschäftsführer Rudi Völler mit einem breiten Grinsen im Gesicht – fast so, als ahnte er schon, dass Wirtz in der Partie zweier Mannschaften auf Augenhöhe den Unterschied machen könnte.

 

Kreativ, frech, robust

Drei Spiele lang war er geschont worden, das Knie des jungen Mittelfeldspielers zwickte. Keine dieser Partien hatte Leverkusen gewinnen können. Wirtz‘ Spielwitz, seine Ideen wurden schmerzlich vermisst. Mindestens so wichtig wie seine Torgefahr sind nämlich seine Qualitäten als Vorbereiter. Gegen den BVB erzielte der 17-Jährige seinen dritten Saisontreffer, zu fünf Toren gab er die entscheidende Vorlagen. „Der Junge kann mit dem Ball umgehen, er spielt frisch, lebendig, unbekümmert. Das tut der Mannschaft und dem Verein gut“, sagte Teamkollege Lars Bender nach dem Spiel gegen den BVB. Torwart Lukas Hradecky…