„Sie hatte einen unstillbaren Appetit auf das Groteske, Grausame und Makabre“, schreibt ihr Biograf Andrew Wilson in dem Buch „Schöner Schatten“ (2017) über die US-amerikanische Schriftstellerin Patricia Highsmith. Ihr Name ist vor allem durch eine ihrer durchtriebensten und zugleich sympathischsten Romanfiguren bekannt: Tom Ripley. Mehrfach wurden die fünf Romane, die von dem Hochstapler, Kunstfreund, Dahlienliebhaber und Serienmörder erzählen, von und mit Größen des Kinos verfilmt. 1999 erschien in der letzten Verfilmung von „Der talentierte Mr. Ripley“ die erste Garde von US-Schauspielern auf der Kinoleinwand: Matt Damon, Jude Law, Gwyneth Paltrow und Cate Blanchett.

Alain Delon feierte als Tom Ripley in der Verfilmung von René Clement (1960) seinen Durchbruch als Schauspieler

Tagebücher, Serie, Kinofilm: 2021 feiert Highsmith

2021 geht es weiter: Im Jahr des 100. Geburtstags von Patricia Highsmith wird die erste Staffel der Ripley-Verbrechen beim US-Kabelsender Showtime verfilmt. Regie führt Oscar-Preisträger Steve Zaillian, Andrew Scott spielt die Rolle von Tom Ripley und Johnny Flynn tritt als Dickie Greenleaf an. Was Highsmith genau im Sinn hatte, als sie den ersten Band der Geschichte des skrupellosen Trickbetrügers und Emporkömmlings im Jahr 1954 in nur sechs Monaten niederschrieb, kann man ab Herbst 2021 auch in ihren Tagebüchern nachlesen, die der Diogenes-Verlag dann erstmals als Gesamtausgabe veröffentlicht. 

Highsmiths Talent zeigte sich schon in der Schulzeit

Patricia Highsmith, am 19. Januar 1921 als Mary Patricia Plangman in Forth Worth in Texas geboren, kommt unter einem „unglücklichen Stern“ zur Welt. So beschreibt sie es 1942 auch in einem von ihr verfassten Gedicht. Ihre Mutter versucht die Tochter abzutreiben, indem sie Terpentin trinkt. Kurz vor der Geburt lässt sie sich von Patricias leiblichen Vater scheiden. Von Fort Worth zieht Patricia mir ihrer Mutter und dem neuen Stiefvater, dem sie den Nachnamen Highsmith verdankt, nach New…