Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für Strafzahlungen für Unternehmen ausgesprochen, die sich in der Corona-Pandemie einer verstärkten Nutzung des Homeoffice verweigern.

»Wenn Betriebe zu Infektionsherden werden und dadurch gesellschaftliche Kosten entstehen, obwohl das durch mehr Homeoffice im Unternehmen vermeidbar wäre, dann sind auch Bußgelder für Firmen geboten«, sagte Montgomery der »Saarbrücker Zeitung«.

Dies dürfe »kein Tabu« sein, betonte Montgomery. Trotz Lockdown gebe es immer noch zu viele persönliche Kontakte und zu viel Mobilität. Für den beruflichen Bereich heiße das, »alles, was irgend geht, ins Homeoffice zu verlagern«.

Kontaktreduzierung auch »um den Preis der zeitweiligen Stilllegung einzelner Fertigungsbereiche«

Zudem müssten die Hygienekonzepte in den Unternehmen noch einmal auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. »Es nützt wenig, allein im Büro zu sitzen, aber mittags in der Kantine unter vielen Kollegen«, warnte der Verbandsvorsitzende. Außerdem halte er eine Kontaktreduzierung auch »um den Preis der zeitweiligen Stilllegung einzelner Fertigungsbereiche« für gerechtfertigt, wenn dies notwendig sei, um die Pandemie einzudämmen.

Die Bundesregierung hingegen will weiterhin auf Freiwilligkeit setzen. »Zwingende Regelungen stehen derzeit nicht auf der Tagesordnung«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Statt auf Bußgelder setze die Regierung weiterhin auf Appelle.

»Der Anteil der Menschen, die von zu Hause gearbeitet haben, war im Frühjahr deutlich höher als jetzt«, sagte Seibert. Er hoffe, dass die Einsicht komme, dass sich Angestellte und Arbeitgeber wieder auf mehr Homeoffice verständigen müssten. Auch für die einzelnen Bundesministerien soll es demnach keine Homeoffice-Pflicht geben, das Daheimbleiben würde »mit gegenseitiger Rücksicht« verhandelt.

In der vergangenen Woche hatte Montgomery sich für eine Impfpflicht eingesetzt: »Für…