Die National Rifle Association ist die mächtigste Organisation der Waffenlobby in den USA. Doch nach Finanz- und Führungsskandalen hat die NRA nun Konkurs angemeldet. Das teilte die Organisation auf ihrer Internetseite mit.

In der Erklärung heißt es weiter, die NRA wolle den Standort New York verlassen. Dieser sei ein »korruptes politisches und regulatorisches Umfeld«. Die NRA wolle sich als Non-Profit-Organisation in Texas neu strukturieren. Der Plan sehe die »Nutzung des Schutzes des Konkursgerichts« vor, hieß es. In ihrer Mitteilung bemühte sich die NRA, die Konkursmeldung nicht als Zeichen der Schwäche verstanden zu wissen: »Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der die NRA in ihrer stärksten finanziellen Verfassung seit Jahren ist.«

Tatsächlich haben aber Finanz- und Führungsskandale die NRA zuletzt erschüttert. 2019 berichtete der »New Yorker«, die NRA mache nicht nur »40 Millionen Dollar Verlust im Jahr«, sondern steuere »Hunderte Millionen Dollar« ihres aus Beiträgen und Fundraising erzielten Umsatzes an eine PR-Firma sowie ein paar Topmanager und »zweifelhafte« Vertragspartner. Das sei ein Verstoß gegen Gesetze, die vorsehen, dass die NRA steuerbefreit ist.

Anklage in New York

Im Sommer erhob die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James Anklage gegen die National Rifle Association. Der Bundesstaat New York verlangte die Auflösung des Verbands. James warf führenden Mitgliedern vor, Geld veruntreut und sich selbst bereichert zu haben. Über drei Jahre hinweg seien Schäden in Höhe von mehr als 64 Millionen Dollar entstanden. Führungspersonen der Organisation sollen unter anderem private Reisen auf die Bahamas und teure Restaurantbesuche mit Geldern der Organisation bezahlt haben. Die NRA nannte die Vorwürfe damals gegenstandslos und sprach von einem Angriff auf die verfassungsmäßigen Rechte von Waffenbesitzern.

Die Umstrukturierung der NRA könnte die Klage behindern. Eine Neugründung in Texas könnte dazu führen, dass die…