Glückwünsche fünf Tage vor der Vereidigung: US-Vizepräsident Mike Pence hat offenbar der designierten Vizepräsidentin Kamala Harris bei einem Telefonat zum Wahlsieg gratuliert und seine Unterstützung angeboten. Das berichten die Nachrichtenagentur AP und die »New York Times« übereinstimmend. Demnach beschrieben zwei Beamte der Zeitung das Gespräch als »angenehm und freundlich«.

Das Telefonat ist das erste bekannte Gespräch zwischen Vertretern der scheidenden und der kommenden Regierung seit der Wahl im November. Laut »New York Times« gibt es auch Pläne, dass Harris Pence besucht. Ob es noch vor der Vereidigung dazu kommt, sei aber unklar.

Präsident Donald Trump ist einem Gespräch mit dem designierten Präsidenten Joe Biden bislang aus dem Weg gegangen. Seine Wahlniederlage hat Trump nicht vollständig anerkannt. Zwar will Trump das Weiße Haus verlassen, er spricht aber immer noch – ohne Beweise – von Wahlbetrug.

Pence ersetzte Trump zuletzt

Trump zeigte sich zuletzt kaum in der Öffentlichkeit. Pence übernahm als Vizepräsident viele der zeremoniellen Pflichten, darunter die Begrüßung von Mitgliedern der Nationalgarde, die das Parlament nach dem Sturm auf das Kapitol beschützen. Pence wird wohl an der Vereidigung Bidens am 20. Januar teilnehmen. Biden hatte ihn explizit eingeladen.

Trump dagegen hatte bereits Anfang Januar angekündigt, nicht zur Vereidigung Bidens zu erscheinen. Die »Washington Post« sowie die Nachrichtenagenturen Reuters und AP berichten nun, Trump plane, Washington am Morgen des 20. Januar in Richtung seines Anwesens in Mar-a-Lago in Florida zu verlassen. Dann sei auch eine Abschiedszeremonie wie bei einem Staatsbesuch geplant, hieß es.

Vor wenigen Tagen hatte das US-Repräsentantenhaus für das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen Trump gestimmt. Der Präsident muss sich nach dem Sturm auf das Kapitol wegen »Anstiftung zum Aufruhr« verantworten. Der Prozess im Senat wird aber wohl erst nach Bidens Vereidigung entschieden.

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