Nordkorea demonstriert wieder einmal Stärke. Bei einer Militärparade am Donnerstagabend in der Hauptstadt Pjöngjang ließ das Land Soldaten aufmarschieren, präsentierte Panzer und Geschütze. Die Bilder strahlten die staatlich kontrollierten Medien am Freitag aus. 

Die Aufnahmen zeigen auch Fahrzeuge mit ballistischen Raketen, die von einem U-Boot aus abgefeuert werden – und je nach Bauart auch Nuklearsprengköpfe befördern können. Im nordkoreanischen Fernsehen hieß es: »Die stärksten U-Boot-gestützten ballistischen Raketen der Welt fuhren eine nach der anderen auf den Platz, die Macht der revolutionären Streitkräfte demonstrierend«. 

Nach Angaben von Experten zeigte Nordkoreas Militär vermutlich eine modernisierte Version einer Kurzstreckenrakete, die das Land schon im vergangenen Oktober gezeigt hatte. Die neue Rakete sehe definitiv größer aus, schrieb ein Experte, der die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen erforscht, auf Twitter. 

Zwei Tage vor der Parade hatte die in Nordkorea herrschende Arbeiterpartei einen seltenen Kongress beendet. Es war der erste seit 2016 und erst der zweite seit 1980. Das Land unter der Führung von Diktator Kim Jong Un ist wegen seines Atomwaffenprogramms isoliert. Nordkorea testet seit vielen Jahren verschiedene Raketentypen, darunter auch solche, die das Festland der USA erreichen könnten. Während des Kongresses hatte Kim die USA als »Hauptfeind« bezeichnet und kündigte an, die nukleare Abschreckung mit neuen Waffen zu stärken. Ob bei der jüngsten Militärparade auch Interkontinentalraketen gezeigt wurden, ging aus den Berichten und Bildern nicht hervor.