Angela Merkel dringt auf „sehr schnelles Handeln“: Sie will schon kommende Woche – und nicht erst wie eigentlich geplant am 25. Januar – mit den Regierungschefs der Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Das machte die Kanzlerin am Donnerstagabend in einer Online-Sitzung des CDU-Präsidiums deutlich, wie Teilnehmer berichteten.

Das Coronavirus lasse sich nur mit deutlich zusätzlicher Anstrengung aufhalten, sagte Merkel demnach. Die in Großbritannien aufgetauchte Mutation bereite „große Sorge“ und sei sehr aggressiv. Man sei in einem Wettlauf mit der Zeit und könne mit Beschlüssen nicht bis zum 25. Januar warten. Nur verschärfte Maßnahmen könnten ein exponentielles Wachstum stoppen, wurde die Kanzlerin zitiert.

„Noch zu viele Ausnahmen“

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Robert Wieler, hatte zuvor ebenfalls ein härteres Gegensteuern angemahnt. „Diese Maßnahmen, die wir jetzt machen – für mich ist das kein vollständiger Lockdown“, sagte Wieler. „Es gibt immer noch zu viele Ausnahmen und es wird nicht stringent durchgeführt.“ Und mit Blick auf Virus-Varianten ergänzte er: „Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmert.“ Bisher sind dem Institut nach eigenen Angaben 16 Fälle der in Großbritannien aufgetauchten Mutation in Deutschland bekannt, dazu vier Fälle aus Südafrika.

Informiert regelmäßig über die Corona-Lage: Lothar Wieler

Nach Erkenntnissen des RKI schränkt sich die Bevölkerung in Deutschland aktuell deutlich weniger in ihrer Mobilität ein als im ersten Lockdown. So habe sich an den Sonntagen im Dezember gezeigt, dass die Menschen viel häufiger unterwegs gewesen seien als im Frühjahr 2020, berichtete Wieler.

Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach im Kanzleramt über die Einstellung des Öffentlichen Personennahverkehrs nachgedacht werde, wies Merkel zurück, wie es hieß. Vielmehr müsse der ÖPNV entlastet werden, indem Arbeitnehmer mehr im Homeoffice arbeiteten und so die…