2020 wird in den Geschichtsbüchern sicherlich als das »Corona-Jahr« eingehen. Aber es ist auch ein weiteres Hitzejahr und damit Teil eines Problems, das auch nach der Pandemie noch da sein wird: die Klimakrise.

Das vergangene Jahr ist Teil einer Erwärmungsserie. Die Weltwetterorganisation (WMO) erklärte 2020 zu einem der drei heißesten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts. Fast wäre es sogar zum Hitze-Rekordjahr geworden. Es liege nur knapp hinter 2016, erklärte die WMO diese Woche in Genf. Grund sei das natürlich vorkommende kühlende Wetterphänomen La Niña. Das habe ganz am Ende des Jahres für leichte Abkühlung gesorgt.

La Niña folgt meist auf El Niño. Letzterer sorgt für eine Erwärmung des vergleichsweise kühlen Wassers vor der Pazifikküste Südamerikas. La Niña hingegen geht mit stärkeren Passatwinden einher, die für kühleres Oberflächenwasser vor der Küste Perus sorgen. Beide Phänomene haben praktische weltweite Auswirkungen, darunter je nach Region Dürren und heftige Regenfälle.

Diese Daten bestätigt auch ein Institut der Nasa. Die Unterschiede zwischen 2016 und 2020 seien unbedeutend, sagte Gavin Schmidt, Leiter des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der Nasa. »Ob ein Jahr ein Rekord ist oder nicht, ist nicht relevant, weil es auf die langfristigen Trends ankommt.« Es sei damit zu rechnen, dass aufgrund des Klimawandels weitere Rekorde gebrochen werden. Die letzten sieben Jahre sind laut dem Nasa-Institut bereits die wärmsten seit Beginn der modernen Aufzeichnungen vor fast anderthalb Jahrhunderten.

Europa war 1,6 Grad wärmer

Dabei erwärmt sich die Welt nicht überall gleich stark. Ein Hitze-Hotspot war 2020 wiederholt die Arktis. Dort war die Ausdehnung des Meereises in den Monaten Juli und Oktober so gering wie nie zuvor seit Beginn der Messungen.

In Europa war 2020 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Es war durchschnittlich 1,6 Grad Celsius wärmer als im Referenzzeitraum 1981…