Nach dem Machtkampf mit dem Lufthansa-Konzern haben zwei von drei Vorstandsmitgliedern der Flugbegleitergewerkschaft UFO ihren Rücktritt erklärt. Es handelt sich dabei um den Vorsitzenden Daniel Flohr und Louisa Callenberg. In einer Mitteilung kündigten sie an, sich am 31. Januar dieses Jahres von ihren Ämtern zurückziehen zu wollen.

Sie kommen damit den Abwahlanträgen zuvor, die vom Gewerkschaftsbeirat für eine Mitgliederversammlung am 11. Februar angekündigt waren.

Grund sind tiefe Unstimmigkeiten innerhalb der Arbeitnehmerorganisation. Interne Kritiker werfen Flohr vor, im Streit um den Stellenabbau bei der Lufthansa gemeinsam mit dem früheren Vorsitzenden Nicoley Baublies Entscheidungen im Alleingang gefällt zu haben. Die beiden hätten wichtige Gremien wie den Beirat und die Grundsatzkommission übergangen.

Im Dezember hatte Flohr bereits verkündet, spätestens am 30. Juli zurücktreten zu wollen. Den Rücktritt zum 31. Januar begründeten Flohr und Callenberg nun damit, dass sich nur so eine reibungslose Neuwahl des Vorstandes gewährleisten ließe. »Die UFO und der Vorstand als Gremium haben in den letzten Monaten genug Schaden genommen, Ihr müsst vertrauen können, dass Eure Wahl Ruhe bringt und den Blick nach vorne ermöglicht«, heißt es in der Mitteilung.

In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa sagte Flohr, man werde nun noch eine Person in den Vorstand nachberufen, damit die Führung bis zu den Neuwahlen funktionsfähig bleibe.

Mit der Germanwings-Flugbegleiterin Anja Bronstert steht bislang nur ein Mitglied des ursprünglich siebenköpfigen Gewerkschaftsvorstands fest.

Gemeinsam mit Baublies hatte Flohr die Corona-Verhandlungen mit der Lufthansa bestimmt und Eckpunkte eines Sanierungs-Tarifvertrages abgeschlossen. Diese beinhalteten, rund 22.000 Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen der Lufthansa-Kerngesellschaft bis Ende 2023 vor betriebsbedingten Kündigungen zu schützen. Sie konnten aber nicht verhindern, dass die Flugbetriebe Germanwings…