Im vergangenen November war der ehemalige haitianische Fußball-Funktionär Yves „Dadou“ Jean-Bart vom Weltverband lebenslänglich gesperrt worden. Nun hat die FIFA in einem Bericht das Ausmaß des Missbrauchs durch den ehemaligen Präsidenten des haitianischen Fußballverbandes (FHF) offen gelegt. Sein Verhalten wird als „entsetzlich“ bezeichnet, er habe „ein sehr komplexes und extrem schädliches System des sexuellen Missbrauchs und der Ausbeutung von Spielerinnen geschaffen“.

Jean-Bart wurde im November zu einer lebenslangen Sperre für sämtliche Aktivitäten im Fußball sowie einer Geldstrafe von einer Million Schweizer Franken (920.000 Euro) verurteilt, nachdem ihn die Ethikkommission der FIFA des sexuellen Missbrauchs und der Belästigung junger Spielerinnen in Haitis nationalem Trainingszentrum in Croix-des-Bouquets, nahe der Hauptstadt Port-au-Prince, für schuldig befunden hatte. Einige seiner Opfer waren minderjährig.

In der nun vollständigen juristischen Begründung wird dargelegt, wie Jean-Bart seine Position ausnutzte, um die [minderjährigen] Spielerinnen zu sexuellen Handlungen mit ihm zu zwingen oder zu überreden, indem er versprach, ihnen zu helfen oder drohte, ihrer Fußballkarriere zu schaden.

Der 45-seitige Bericht belegt eine Reihe von Missbräuchen, die alle einem ähnlichen Muster folgen. Jean-Bart würde einen angeblichen Krankenhausbesuch als Vorwand benutzen, um eine Spielerin aus dem Trainingszentrum zu holen. Diese wurde dann in ein Hotel oder an einen anderen Ort gefahren, wo der Missbrauch angeblich stattfand.

Yves Jean-Bart beim FIFA-Kongress 2014 in Sao Paulo, Brasilien

Ein Opfer erzählte den Ermittlern: „Herr Jean-Bart hat mich in sein Zimmer gerufen. Er bot mir dann den Schlüssel zu einem anderen Zimmer an. Er überreichte mir eine Tüte mit Unterwäsche als Geschenk. Ich bedankte mich schnell bei ihm, damit ich gehen konnte. Er rief mich zurück und zog mich näher an seinen Körper. In diesem Moment fing er an, mich zu berühren. Als…