Faktor Wetter
Bessere Stadtluft durch Lockdown? Effekt kleiner als gedacht

Ein Tag nach den Ausgangsbeschränkungen in London auf der leeren Westminster-Brücke vor dem Parlamentsgebäude in Westminster. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

© dpa-infocom GmbH

Der coronabedingte Lockdown im Frühjahr führte insgesamt zu besserer Stadtluft. Sein Effekt war jedoch wohl nicht ganz so groß wie zunächst angenommen.

Die Luftverschmutzung in Städten ist während der coronabedingten Einschränkungen im Frühjahr 2020 weniger stark zurückgegangen als angenommen.

Einer neuen Analyse zufolge wirkten sich das Wetter und die üblichen Veränderungen beim Übergang vom Winter auf den Frühling deutlich auf die Werte von Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Feinstaub (PM2,5) aus. Forscher um Zongbo Shi von der University of Birmingham (Großbritannien) veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin «Science Advances».

«Wetteränderungen können Änderungen der Emissionen im Hinblick auf die Luftqualität überlagern», sagte Shi. Deshalb nutzte sein Team sogenanntes maschinelles Lernen, um den Wettereinfluss aus den Messdaten zur Luftqualität herauszurechnen.