Der frühere Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück hat mit Mitstreitern seine neue Partei vorgestellt. Die »Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel« tritt demnach für Toleranz sowie eine Umgestaltung der Gesellschaft ein. Berufspolitiker sind nicht erwünscht, Mandatsträger sollen zuvor mindestens fünf Jahre außerhalb der Politik berufstätig gewesen sein.

»Es ist keine Hück-Partei, sondern eine Bürgerbewegung«, sagte Hück bei der Vorstellung der Partei in einem Pforzheimer Möbelhaus. »Wir werden der Lautsprecher des Volkes sein.« Spitzenkandidat im nächsten Bundestagswahlkampf soll Christoph Mährlein werden, der frühere Vorsitzende des Pforzheimer SPD-Kreisverbands.

Grundgesetz auf den Oberarm tätowiert

Und in der »Bürgerbewegung« könnte noch mehr SPD stecken als den Sozialdemokraten lieb ist: Hück umschreibt deren Ziele mit »Wir wollen mehr direkte Demokratie wagen«. Das kann als Abwandlung des bekannten Zitats des früheren SPD-Parteivorsitzenden und Bundeskanzlers Willy Brandt aufgefasst werden. Er hatte im Oktober 1969 gefordert: »Wir wollen mehr Demokratie wagen.«

Hück ist so populär wie umstritten: Er hat sich vom Lackierer bei Porsche zum mächtigen Gegenspieler der Autobosse hochgearbeitet. Er war knapp 35 Jahre bei dem Sportwagenhersteller, seit 1990 war er Betriebsrat, 2002 wurde er zum Gesamtbetriebsratschef gewählt. Außerdem saß er in den Aufsichtsräten der Porsche AG und des Mutterkonzerns Volkswagen. Er verdiente Hunderttausende Euro.

Nach seinem Abschied von Porsche holte der Politneuling als Pforzheimer SPD-Spitzenkandidat für die Kommunalwahl 2019 (sehen Sie hier ein Video aus dem Wahlkampf) die meisten Stimmen in der Stadt. Mit seinem Politikstil eckte er aber immer wieder bei den Genossen an. Er ist ehemaliger Europameister im Thaiboxen und dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. In Pforzheim ist er sozial engagiert, unter anderem mit einer Lernstiftung. Zuletzt sagte er sich selbst bereits eine steile…