»Ich will nicht die Erste sein«, der Satz ist noch immer zu hören, wenn sich Menschen über die Covid-19-Impfung unterhalten. Schon unmittelbar nach der Zulassung in der Europäischen Union (EU) entbehrten die Aussagen allerdings jeglicher Grundlage. Denn schon zuvor wurden die Impfstoffe an mehreren zehntausend Menschen getestet. Sie waren die ersten Geimpften und haben gezeigt, dass die Vakzinen sicher sind.

Das allerdings heißt nicht, dass es keine Risiken gibt. Wie bei allen Arzneimitteln geht es auch bei Impfstoffen um eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Ganz besonders bei älteren Menschen fällt sie zugunsten der Impfung aus, denn ihr Risiko schwer an Covid-19 zu erkranken oder zu sterben, ist besonders hoch. Gleichzeitig sind Impfreaktionen unter Älteren im Durchschnitt schwächer als bei Jüngeren, wie die großen Zulassungsstudien (hier und hier) zeigen.

Zu den häufigsten vorübergehenden Beschwerden der in der EU zugelassenen Vakzinen von Pfizer/Biontech und Moderna gehören über alle Altersgruppen hinweg Schmerzen an der Einstichstelle (>80 Prozent beziehungsweise 92 Prozent), Müdigkeit (60 beziehungsweise 70 Prozent) und Kopfschmerzen (>50 beziehungsweise 65 Prozent). Schwere Nebenwirkungen wurden nur selten registriert. Ob sie in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung stehen, ist häufig unklar.

Auf allergische Reaktionen vorbereitet

Im Ausland, etwa in Großbritannien und den USA, wurden nach Impfstart allerdings ein paar Dutzend Fälle von anaphylaktischen Schocks berichtet. Nach einer Prüfung der Vorfälle kommt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) jedoch zu dem Schluss: »Es besteht in der EU nach derzeitigem Kenntnisstand keine Kontraindikation für Allergikerinnen und Allergiker oder Menschen mit Anaphylaxien in der Vorgeschichte.« Wer allerdings auf die erste Dosis allergisch reagiert hat, soll keine zweite bekommen.

Zudem rät das PEI, alle Personen nach der Impfung mindestens 15 Minuten zu beobachten. In den Impfzentren stehen Medikamente zur…