Die von Bayer an Wuxi Biologics verkaufte Fabrik in Wuppertal wird beim Covid-19-Impfstoffengpass keine Entlastung bringen. Wuxi erwartet die Genehmigung der Transaktion nach eigenen Angaben für das erste Halbjahr. Auch müsse man zunächst Modi­fikationen an der Fabrik vornehmen. Die Anlage könne daher erst Ende 2021 in Betrieb genommen werden.

Zudem dürfte das Werk, in dem Bayer ursprünglich den Gerinnungsfaktor Kovaltry herstellen wollte, keine neuartigen mRNA-Impfstoffe etwa von Biontech (Mainz) oder Curevac (Tübingen) herstellen. Wuxi sagt, man habe einen Liefervertrag mit dem britisch-schwedischen Pharmaunternehmen AstraZeneca über die Her­stellung von AZD1222, einem Adenovirus-basierten Vektorimpfstoff gegen Covid-19 unterzeichnet. AstraZeneca hat gerade die Zulassung für den Impfstoff bei der Europäischen Arzneimittel­behörde beantragt. In Großbritannien erfolgte eine Notfallzulassung für den Impfstoff bereits am 30. Dezember 2020. Eine Zulassungsentsscheidung für die Europäische Union wird für den 29. Januar 2021 erwartet.

Die Wirk­samkeit von AZD1222 war in einer Studie niedriger als jene von mRNA-Impfstoffen. Dafür lässt sich der Impfstoff bei Kühlschranktemperaturen lagern, auch ist er mit etwa zwei Euro pro Dosis deutlich günstiger als die Produkte von Biontech oder Curevac. An den veröffentlichten Studiendaten gab es zunächst Kritik, auch da Durchschnittswerte zweier verschiedener Studien verwendet wurden.

Bayer hatte das Werk in Wup­pertal selbst nie in Betrieb genommen und es im Dezember 2020 an eine ­deutsche Tochter von Wuxi Biologics verkauft. Das chinesische Unternehmen hatte zuvor schon eine andere Produktionsstätte von Bayer in Leverkusen übernommen. Man hoffe, so Wuxi, Synergien aus beiden Produktionsstätten nutzen zu können. Die Anlage für Arzneimittelprodukte in Leverkusen sei in der Lage, bis zu zehn Millionen Fläschchen pro Jahr steril abzufüllen und gefrierzutrocknen.

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