Während sich viele Länder weiterhin auf wirtschaftlich harte Zeiten einstellen, geht China mit Rückenwind ins neue Jahr: Die Volkswirtschaft legte am Donnerstag seine Außenhandelszahlen vor – mit einem deutlichen Plus. Trotz der Corona-Rezession hat China bei vielen Handelspartnern 2020 mehr exportiert als im Vorjahr. Im Vergleich kletterten die Ausfuhren in Dollar gerechnet um 3,6 Prozent, wie die Zollbehörde in Peking bekannt gab.

Verantwortlich dafür dürften vor allem Produkte sein, die während der Corona-Pandemie weltweit gefragt sind – etwa Medizinausrüstung wie Masken oder Bildschirme für das Arbeiten im Homeoffice. »Die Nachfrage nach Elektronik für das Homeoffice und nach Hygieneartikeln heizt der chinesischen Exportwirtschaft ordentlich ein«, sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. »Es ist derzeit kein Ende dieses Booms in Sicht, solange in weiten Teilen der Welt das Virus den Takt vorgibt.«

Dieser Ausblick ist nicht nur für China positiv: »Wenn Chinas Produktion auf Hochtouren läuft, braucht es Maschinen«, erläuterte Gitzel. »Diese kommen häufig aus Deutschland.« Auch die US-Industrie profitierte vom China-Boom.

Die einzige Wirtschaftsmacht auf Wachstumskurs

Zum Jahresende gelang den chinesischen Exporteuren ein starker Endspurt: Im Dezember allein nahmen die Ausfuhren um 18,1 Prozent zum Vorjahresmonat zu. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier nur mit einem Plus von 15,0 Prozent gerechnet, nachdem es im November sogar eine Zunahme von 21,1 Prozent gegeben hatte.

Auch deshalb dürfte die Volksrepublik im vergangenen Jahr als einzige große Wirtschaftsmacht gewachsen sein. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,9 Prozent aus. In diesem Jahr soll es sogar ein Wirtschaftswachstum von 7,9 Prozent geben.

Der Handel dürfte auch im neuen Jahr zulegen, wie ein Sprecher der Zollbehörde sagte. Die Corona-Pandemie stelle den Exportweltmeister aber weiter vor Herausforderungen….