Wenn Donald Trump etwas zu sagen hat, werden seine Worte gehört – auf der ganzen Welt. In seiner vierjährigen Amtszeit hat der republikanische Präsident Worte als politische Waffen genutzt, insbesondere auf Twitter: Er nannte seine Kritiker „Loser“ und „Hater“, die Medien waren nicht einmal „mainstream“, sondern direkt „lamestream“, ehemalige Mitarbeiter wie den Außenminister Rex Tillerson nannte er auf Twitter „faul“ und „dumm wie Bohnenstroh“. Sich selbst lobte er stets wegen seines hohen IQs, seine Gegenspieler beleidigte er, seine Anhänger stachelte er auf, indem er nach der verlorenen Wahl in einer Endlosschleife behauptete, sie sei „gestohlen“ worden. Immer wieder schrieb er in Großbuchstaben: „ICH HABE DIESE WAHL GEWONNEN!“

Schon die Sprache des Donald Trump zeigt, wie einfach seine Weltsicht ist: Er und seine Anhänger sind die Guten, alle anderen sind die Bösen. Wie bei jedem Populisten entscheidet Donald Trump, wer zum Volk gehört: nämlich alle, die für ihn sind. Elite sind hingegen alle, die gegen ihn sind, und die wollen dem Volk nur Böses.

Trump als sprachlicher Brandstifter

Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass Donald Trump seine Anhänger bei einer Kundgebung  am 6. Januar 2021 aufforderte, zum nahegelegenen Kapitol zu marschieren. Dort waren die Mitglieder des Senats im Begriff, den Wahlsieg von Donald Trumps Gegenspieler, dem zukünftigen US-Präsidenten Joe Biden, zu bestätigen. Laut Donald Trump waren das die Eliten, die dem Volk die Wahl stahlen.

Bérengère Viennot hat sich ausführlich mit den sprachlichen Eigenheiten des scheidenden US-Präsidenten beschäftigt

„Bei dieser Kundgebung  war es zum ersten Mal so, dass seine Worte, sein Aufruf zur Gewalt, nicht durch das Fernsehen oder Social Media gefiltert war, sondern direkt zu seinen Anhängern gelangte“, so Bérengère Viennot, Übersetzerin und Dozentin in Paris, die zuletzt das Buch „Die Sprache des Donald Trump“verfasste. „Durch seine Kommunikation in den letzten vier Jahren hat…