Angesichts der raschen Ausbreitung von deutlich ansteckenderen Varianten des Coronavirus zieht das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine nächste Sitzung um zwei Wochen vor. Das Gremium werde an diesem Donnerstag zusammenkommen, um über die aktuelle Entwicklung zu beraten, teilte die WHO in Genf mit.

Zwei Mutationen des Virus wurden in den vergangenen Wochen in Großbritannien und Südafrika entdeckt, die als deutlich ansteckender gelten als die bisherigen Formen des Erregers. Diese Mutationen haben sich mittlerweile in mindestens rund 50 Staaten weltweit verbreitet. Zudem gab Japan am Sonntag die Entdeckung einer weiteren Mutation bekannt, die aus dem brasilianischen Amazonasgebiet stammen soll. Diese Variante wird derzeit untersucht.

WHO-Experte Mike Ryan sieht trotz erster Impfstoffe noch einen langen Weg bis zur Bewältigung der Pandemie

Das zweite Jahr der Pandemie könnte laut WHO härter sein als das vergangene. Grund seien einige Aspekte der Virusausbreitung, sagte der stellvertretende Generaldirektor der WHO, Mike Ryan. Der Epidemiologe koordiniert für die WHO den Kampf gegen die Pandemie. Dies gelte insbesondere auf der Nordhalbkugel angesichts der neuen, ansteckenderen Varianten. Maria Van Kerkhove, ebenfalls Epidemiologin bei der WHO, verweist zudem auf die Folgen der Feiertage. „In einigen Ländern wird die Situation sehr viel schlimmer werden, bevor es besser wird“, sagt sie.

Internationales Forscherteam in Wuhan eingetroffen

Mit tagelanger Verzögerung kann in China die Mission der WHO zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus beginnen. Das zehnköpfige Expertenteam ist in der zentralchinesischen Metropole Wuhan angekommen, in der Ende 2019 der weltweit erste Corona-Infektionsherd festgestellt worden war. Aufnahmen des staatlichen chinesischen Fernsehsenders CGTN zeigten, wie die aus Singapur kommende Maschine mit den Fachleuten in Wuhan landete. Ursprünglich war der Beginn der Untersuchungen bereits für vergangene Woche…