von Tim Sohr
14.01.2021, 15:41 Uhr

Donald Trump hat in seiner Amtszeit stets versucht, die Medien zu Marionetten seines autoritären Zirkus zu machen. Und wir Journalisten konnten unsere Wut darüber allzu häufig nicht verbergen. Das bittere Zwischenfazit einer Ära, die auch nach dem Abgang des US-Präsidenten nicht vorbei sein wird.

Der legendäre US-Rapper Eminem hat vor knapp zwei Jahrzehnten ein Album mit dem Titel „The Eminem Show“ veröffentlicht, in der er sich quasi als Hauptdarsteller der Reality-Show seines eigenen Lebens inszenierte. Dabei machte er keinen Hehl daraus, dass er sich bewusst war, wie jeder Satz und jede Handlung von ihm entscheidenden Einfluss auf die Show nahmen, weil sie medial entsprechend weiterverwertet wurden. Jede Reaktion war demnach mitgedacht, ob bewusst oder nicht.

Rund zwei Jahrzehnte später hat Donald Trump dieses fiktive Kunstkonzept schließlich als trojanisches Pferd in die kalte Realität des politischen Zirkus geschleust – und die Konsequenzen dieses Coups waren ohne Zweifel faszinierend zu beobachten, ob nun aus der Perspektive des Voyeurs oder des Politikwissenschaftlers. Eine über vier Jahre andauernde „Shitshow“.

Donald Trump und die „linken“ und „rechten“ Medien