Der abgewählte US-Präsident Donald Trump ist in seiner ersten Äußerung nach dem vom Repräsentantenhaus eingeleiteten Amtsenthebungsverfahren nicht auf die Vorwürfe gegen ihn eingegangen. Stattdessen verurteilte er den Gewaltausbruch beim Sturm auf das US-Kapitol. Kein echter Anhänger von ihm könne Gewalt gutheißen, sagte Trump in einer am Mittwoch (Ortszeit) vom Weißen Haus über Twitter und YouTube verbreiteten Videobotschaft.

Es gebe keine Rechtfertigung für Gewalt. Diejenigen, die sie begangen hätten, müssten vor Gericht gestellt werden. Er sei schockiert und traurig über die »Katastrophe«, die sich im Kapitol ereignet habe, sagte Trump in dem Clip. Er rief die Bevölkerung dazu auf, Spannungen abzubauen, Gemüter zu beruhigen und zum Frieden im Land beizutragen. »Lasst uns entscheiden, vereint voranzugehen.«

In dem Clip versuchte Trump, sich von seinen gewalttätigen Anhängern zu distanzieren, die das Kapitol erstürmt hatten. »Kein echter Anhänger von mir könnte jemals politische Gewalt befürworten«, sagte er im Video. Wer Gewalt anwende, der unterstütze nicht seine Bewegung, sondern attackiere die Bewegung und das Land. »Das können wir nicht hinnehmen.« Egal ob jemand politisch rechts oder links stehe, Demokrat oder Republikaner sei – es gebe keine Rechtfertigung für Gewalt. Das gelte ausnahmslos.

Trump-Unterstützer waren am Mittwoch vergangener Woche nach einer aufstachelnden Rede des Präsidenten gewaltsam in das Kapitol eingedrungen. Fünf Menschen kamen bei den Krawallen ums Leben. Die Demokraten warfen Trump vor, er habe die Ausschreitungen angezettelt, und bereiteten innerhalb weniger Tage ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn vor, das das Repräsentantenhaus am Mittwoch offiziell eröffnete.

Die gewaltsamen Ausschreitungen hatte Trump indes bereits verurteilt – etwa 24 Stunden, nachdem er seine Anhänger selbst dazu aufgefordert hatte, zum Kapitol zu ziehen und sich den von ihm kolportierten Wahlbetrug nicht gefallen zu…