Seit dem Dürresommer 2018 wissen auch viele Europäer, wie sich Klimawandel anfühlt. Staubige Böden, vertrocknetes Getreide, tote Fichten oder brennende Kiefernwälder waren die dramatischen Folgen von extremen Hitzewellen und ausbleibendem Regen. Die Folge waren unter anderem Milliardenentschädigungen für Bauern und steigende Gesundheitskosten. Mit fortschreitendem Klimawandel wird es wahrscheinlicher, dass solche Wetterextreme häufiger werden.

Damit Länder besser gegen die Folgen des Klimawandels gewappnet sind, müssen Regierungen frühzeitig handeln. Bisher geschieht das aber zu wenig, kritisiert ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht des Uno-Umweltprogramms (Unep). Dabei mangelt es nicht am Willen, sondern meistens am Geld: Fast Dreiviertel der Staaten hätten mindestens ein nationales Planungsinstrument für die Anpassung an Klimaveränderungen angenommen. Allerdings liege die Finanzierung für Anpassungsmaßnahmen bei nur fünf Prozent der gesamten Klima-Finanzierung, sagte Unep-Chefin Inger Andersen. »Das ist viel weniger, als wir brauchen.«

Vor allem in Entwicklungsländern gebe es zu wenig Mittel und sehr große Lücken bei der Umsetzung. Dazu gehören Maßnahmen zum Schutz vor Dürren, Überschwemmungen und dem Anstieg des Meeresspiegels. Ideen und Konzepte gibt es viele: Deiche für die Küsten, die Anpflanzung von Mangrovenwäldern in Uferzonen, die Umstellung der Landwirtschaft oder der Bau effizienter Bewässerungsanlagen.

Korallenriffe für den Küstenschutz

Immer mehr Länder würden mittlerweile auch ökologische Anpassungskonzepte in Erwägung ziehen. Beispielsweise können tote Korallenriffs wiederbelebt werden. Das verbessert den Küstenschutz aber auch die Wasserqualität und die biologische Vielfalt. Manche Maßnahmen wie die Wiederaufforstung könnten sogar zu den jeweiligen Klimazielen des Landes beitragen. Oftmals sind diese Lösungen vor allem im Globalen Süden sinnvoll. Dort sind sie allerdings für viele Länder zu teuer.

»2020 war,…